Was manche geahnt und viele gehofft hatten, wurde am letzten Aprilwochenende bei den deutschen Jugendbouldermeisterschaften am 27.04. in Pforzheim Wirklichkeit: Bayern hat beim Jugendboulderwettkampf bundesweit die Nase vorn.

Alex MegosZwei Wettkämpfe am Vortag
Gleich zwei Wettkämpfe am Vortag hätten ihre Schatten auf die Deutsche Jugendbouldermeisterschaft geworfen. Zum einen zog die Tölzer Stadtmeisterschaft ein nicht ganz unerhebliches Potential an bayerischen Wettkämpfteilnehmern von insbesondere südbayerischen Jugendathleten ab. Zum anderen waren auf dem deutschen Bouldercup, der ebenfalls in Pforzheim ausgerichtet wurde, einige bayerische Spitzenjugendathleten angetreten und hatten dort viel Kraft gelassen.

Nichts desto trotz wurde auf den deutschen Jugendbouldermeisterschaften mehr als ¼ aller Teilnehmer (22 von 83) vom Kletterfachverband Bayern (KVB) ins Rennen geschickt. Kein Landesverband konnte diesbezüglich mithalten. Insbesondere aus dem Raum Erlangen, dem südostbayerischen Raum und aus München waren viele Starter angereist. Aber nicht nur in der Masse auch in der Klasse brillierten die Bayern. Im Finale stammten mehr als 1/3 (15 von 36) aller Teilnehmer aus den Reihen des KVB. Unter den eingangs erwähnten Umständen führt Bayern damit unbestritten im deutschen Jugendboulderwettkampf.
 
Männliche Jugend B: erdrückende Dominanz der Bayern im Finale
In der Jugend B können die kommenden Tendenzen am frühesten abgelesen werden. Das Finalergebnis spricht diesbezüglich eine klare Sprache: Vier bayerische Finalisten (von sechs) zeigten Wettkampfbouldern vom Feinsten. Souverän siegte Bayernkadermitglied Alex Megos (Erlangen – 1. Platz) und wurde damit in seiner Klasse Deutscher Jugendbouldermeister. Auf ihn folgt Jugendnationalkadermitglied Sammy Adolph (München-Oberland / 2.).

Die eindrucksvollste Vorstellung des Tages lieferte eindeutig ein weiteres Bayernkadermitglied ab: Lukas Bolesch (München-Oberland), obwohl etwa zwei Köpfe kleiner als alle seine Konkurrenten, konnte er mithalten und erkämpfte sich unter vollem Einsatz einen hervorragenden 4. Rang. Während Lukas die Routenbauer mit ausgefallenen Bewegungslösungen verzückte, notierten die Bundestrainer schon mal seinen Namen als möglichen Aspiranten für das Jugendnationalkader. Simon Lang (München- Oberland) gelangte in seinem ersten Bundeswettkampf auf Anhieb ins Finale und erkletterte einen ausgezeichneten 5. Rang.
 
Weibliche Jugend B: 5 von 6 Finalistinnen aus Bayern
Auch hier dieselbe Tendenz: Bayern vorn, allerdings aus bayerischer Sicht, mit einem Wehrmutstropfen: Isabell Leiner, eine der Ältesten ihrer Klasse und aus dem rheinlandpfälzischen Zweibrücken stammend, errang voll verdient den 1. Platz. Danach folgt eine Phalanx bayerischer Jugendathletinnen: Lucie Plankensteiner (Erlangen/2.), Bayernkadermitglied Ronja Kellner (Freising/3.), Sarah Schützenberger (München-Oberland/4.), Mariella Kast (Augsburg/5.), Lilli Färber (Erlangen/6.). Bayernkadermitglied Theresa Woll war nach langer Verletzungspause noch nicht wieder auf der Höhe, kam jedoch mit Platz 9 noch unter die einstellig Platzierten.