Endlich beginnt auch die Saison für die Seil-Wettkampfkletterer: Am 24./25. Mai startet der Deutsche Sportklettercup 2008 mit der Auftaktveranstaltung in der Dresdner Kletterhalle XXL.

Dabei gibt es in diesem Jahr ein kleines Jubiläum zu feiern: Genau vor zwanzig Jahren wurde in Köln der erste Kletterwettkampf auf deutschem Boden ausgetragen und von diesen zwanzig Jahren ist der DAV seit 19 als Ausrichter federführend. Die meisten der aktuellen Teilnehmer des Sportklettercups dürften damals allerdings noch gar nicht auf der Welt gewesen sein, denn etliche der Favoriten für die diesjährige Cupsaison stammen entweder noch aus den Reihen des Jugendkaders oder sind diesem gerade erst entwachsen: Bei den Damen geht die siebzehnjährige Wuppertalerin Juliane Wurm, Deutsche Serien-Meisterin der letzten Jahre, als Top-Favoritin ins Rennen.

Durch einen Auslandsaufenthalt im Süden Frankreichs konnte sie sich den Winter über an den sonnigen Felsen der Provence bestens auf die Wettkampfsaison vorbereiten und man darf gespannt sein, wie sie sich bei ihrem Wettkampfdebut 2008 schlagen wird. Den Bouldertitel hatte sie ja in diesem Jahr kampflos abgegeben, weil sie sich voll auf die Seilsaison konzentrieren wollte.

Ihr dicht auf den Fersen in diesem Jahr dürfte allerdings ihre Jugendkader-Kollegin Luisa Neumärker (SBB) sein, die an ihrer Trainingswand in Dresden natürlich den Heimvorteil ausspielen will und mit ihrem Sieg beim Bouldercup in Pforzheim gezeigt hat, dass das Wintertraining bei ihr angeschlagen hat. Ob sie die Power auch in die langen Routen umsetzen kann, wird sich zeigen.

Als dritte „Junge Wilde“ im Bunde wird sich Ines Dull (Allgäu-Kempten), Deutsche Vizemeisterin, allerdings ebenfalls ins Rennen um die Podiumsplätze einmischen. Das Energiebündel aus dem Allgäu konnte im letzten Jahr zu den starken Damen aufschließen und überzeugte auch mit einem sechsten Platz bei der Jugend-WM in Ecuador.

Starke Männer fürs Podium

Einige Jahre mehr an Wettkampferfahrung vereinen die Favoriten bei den Herren: Christian Bindhammer (Allgäu-Kempten) könnte in diesem Jahr seinen zehnten nationalen Meistertitel einfahren und in Dresden mit einem Sieg schon einmal den Weg dorthin ebnen. Sein Bruder Andreas (ebenfalls Allgäu-Kempten) hat ja bereits im Frühjahr mit seiner Erstbegehung der Toproute St. Anger (8c+/ 9a) in Arco gezeigt, wo der Bindhammer hängt und ist auch am Plastik immer für eine Top-Platzierung gut.

Ebenso der Lokalmatador Markus Hoppe (SBB), der als „Hausmeister“ des XXL natürlich die Wettkampfwand kennt wie seine Westentasche. Aber auch bei den Herren schieben die Youngsters gewaltig von unten: Thomas Shorty Tauporn (Schwäb.-Gmünd), Dritter der Jugend-WM von 2007, der sich in diesem Jahr vor allem auf den Senioren-Weltcup konzentrieren will, hat das Potential, den „alten Herren“ gehörig einzuheizen. Beim Boulderweltcup in Hall vor wenigen Wochen, bei dem er eigentlich „nur mal reinschnuppern“ wollte, konnte er auf Anhieb vier der fünf Qualiboulder klettern – auch bei ihm scheint derzeit die Form zu stimmen. Auf seinen ersten Formtest wartet noch Felix Neumärker (SBB), der derzeit als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr optimale Trainingsbedingungen hat. Der Junioren Vize-Weltmeister von 2007 wird bestimmt heiß sein, in seiner Heimathalle einen gebührenden Einstand in die Wettkampfsaison 2008 zu geben.

Ebenfalls für vordere Platzierungen in Dresden gut ist der Landshuter Stefan Danker, seines Zeichens deutscher Vizemeister, der nach einer Fingerverletzung (dummerweise beim Bouldern mit Felix im XXL…) vor wenigen Wochen wieder das Training aufgenommen hat und in Dresden wohl wieder am Start sein wird. Es wird also spannend werden in Sachsen, wer das Rennen beim ersten Sportklettercup machen wird: Langjährige Erfahrung oder jugendlicher Sturm und Drang…?