Am 18.01.2009 gewannen Markus Bendler aus Österreich und die Russin Maria Tolokonina den achten Ice Master in Valle di Daone, der gleichzeitig den Auftakt des Eiskletterweltcups 2009 bildete.

Eiskletterweltcup 2009: Bendler und Tolokonina gewinnen den Ice Master in DaoneEin überragender Markus Bendler und eine fantastische Maria Tolokonina nahmen letztes Wochenende die Trophäen des ersten Schwierigkeitsweltcups mit nach Hause. Die 22-jährige Russin demonstrierte ihre Überlegenheit auch im Speedbewerb, den sie ebenfalls für sich entscheiden konnte. Bei den Herren machte ihr Teamkollege Pavel Gulyaev das Speedrennen.

Zum ersten Mal überhaupt klettern die Athleten dieses Jahr ohne Fersenzacken an den Steigeisen. Ein Mix aus Kraft und Ausdauer, kombiniert mit einem Maximum an Bewegungsgeschwindigkeit waren das Resultat auf der technisch und physisch anspruchsvollen Eisstruktur. Folglich war es keine Überraschung, dass der so genannte „Figur of Four“, bei dem zur Kraftersparnis ein Bein über den Arm und das Eisgerät geschwungen wird, zur populärsten Bewegung an diesem Wochenende avancierte. Eines war jedoch schnell klar: Nicht jede/r kam mit den Neuerungen zurecht.

Die Qualifikation der Männer zeigte schon deutlich, welche Richtung das Eisklettern eingeschlagen hat. Die Routen waren sehr kraftraubend und ließen keinen Raum für den kleinsten Fehler. Die ersten Opfer dieser selektiven Konkurrenz wurden hochkarätige Wettkampfkletterer: Weder Mauro "Bubu" Bole (I) noch Herbert Klammer (I), der in Valle di Daone schon mehrmals auf dem Podest stand, schafften es in die nächste Runde.

Aber sie waren nicht die Einzigen, auch der Russe Maxim Tomilov und der Schweizer Andreas Steindl, zwei oft gesehene Finalisten, scheiterten. Die Wenigen, die überhaupt keine Probleme hatten und alle Routen durchstiegen, waren der Österreicher Markus Bendler, Simon Anthamatten und Jack Müller aus der Schweiz, der Russe Mikhail Melnikov, der Koreaner Park Hee Hong, Evgeny Kryvosheytsev aus der Ukraine und schließlich der junge Manuel Cordova aus Spanien.

Im Semifinale legte Bendler den Grundstein seines Erfolges und toppte beide Routen. Kein anderer Athlet schaffte es, diese Leistung zu wiederholen. Im Finale gelang ihm Ähnliches. Als Einziger konnte er alle fünf Finalrouten bis zum Austieg klettern. Der überragende Sieg war ihm damit sicher.

Mit Respektabstand belegte der Schweizer Patrik Aufdenblattenden zweiten Platz. Knapp dahinter folgten Samuel Anthamatten (SUI), Manuel Cordova (E) und Alexey Tomilov (R).

Nicht weniger dominant als Bendler bei den Herren war Maria Tolokonina bei den Damen. Die 22-jährige russische Ahtletin präsentierte sich dieses Jahr nach ihrer letztjährigen Silbermedaille in absoluter Topform. Genau wie Bendler erlaubte sie sich nicht den kleinsten Fehler und stieg alle Routen durch. Auf dem zweiten Platz landete die Französin Stephanie Maureau – knapp vor der Tschechin Lucie Hrozova und der Vorjahressiegerin Petra Müller aus dem Schweizer Team.

Die nächste Station des diesjährigen Eiskletterweltcups ist Saas Fee in der Schweiz. Dort werden am 22. und 23. Januar die besten Eiskletterer der Welt gleichzeitig auch um den Titel des Weltmeisters kämpfen.