Der Schleierwasserfall in Tirol auf der Südseite des Wilden Kaisers ist prädestiniert für spektakuläre Meldungen aus der Szene des Sportkletterns. Eine Vielzahl schwieriger Routen zieht auch viele starke Kletterer an.

Heli Kotter wiederholt "Mongo" (9a) am Schleier Wasserfall

Während dort Durchstiege im Bereich 8b bis 8c an der Tagesordnung sind hört man aber nur von Zeit zu Zeit etwas über Erfolge aus den zahlreichen 8c+ Routen. Eine absolute Rarität hingegen stellt eine Nachricht über die erfolgreiche Begehung einer 9a dar, von denen es in diesem Top-Gebiet drei gibt und nun die erste wiederholt wurde.

Fotostrecke: Heli Kotter wiederholt „Mongo“ (9a) am Schleier Wasserfall

Fotos: © Heinz Zak

Die weit überhängende, 25m lange Linie mit mehreren brutalen Maximalkraftzügen wurde schon vor 19 Jahren von Gerhard Hörhager eingebohrt und war damit eines der  am längsten umkämpften Projekte des Gebiets, als sie Markus Bendler 2004 erstmals kletterte.Markus taufte sie auf den Namen „Mongo“ und als Bewertung gab er die magische 9a aus. Seither trotzte sie allen Wiederholungsversuchen, obwohl sie – mitten im Hauptsektor – bestens zugänglich ist.

Der starke Oberbayer Helmut „Heli“ Kotter war einer der Aspiranten, der über mehrere Jahre immer wieder mal mehr oder weniger ernsthaft an der Mongo herumdokterte. Ein intensives Krafttraining in der neuen Rosenheimer Kletterhalle über den Winter gab nun wohl den Ausschlag, dass es heuer bereits früh im Jahr klappte.Am 6. März stieg Heli bei suboptimalen Bedingungen knapp über 0 Grad in die Route ein. Nachdem er die Schlüsselpassage auf den ersten Metern relativ problemlos bewältigen konnte, kämpfte er sich mit zunehmend kälteren und gefühlloseren Fingern bravourös zum Umlenker.

Man darf gespannt darauf sein, was es in nächster Zeit noch zu hören gibt von dem ruhigen Maschinenbaustudenten aus Rosenheim, der gerade an seiner Diplomarbeit schreibt. Die Form ist momentan perfekt, wie er gleich in der Woche drauf bei einem Kurzaufenthalt in Osp bewies, wo er die Route Conecmira (8c/c+) noch abknipsen konnte.Wer Heli kennt, weiss dass es ihm an Motivation für weitere schwere Routen nicht mangelt, weshalb sicherlich noch die ein oder andere Toproute im Lauf des Jahres auf sein Konto gehen wird. Unterstützt wird Heli von La Sportiva, Edelrid, Powerbar und ClimbOn.

Markus Stadler