Gerhard Schaar aus Österreich war im Dezember und Jänner in Indien, um das von ihm ins Leben gerufene Projekt "Bolts for Bangalore" umzusetzen.

Dabei reiste er mit 800 Bolts (!) und einer Bohrmaschine an, um einer Gruppe von Kletterern aus Bangalore (Karnataka) das sichere Einbohren von Sportkletterrouten beizubringen. Gemeinsam mit seinen Indischen Freunden konnte Gerhard 50 Neutouren in den Gebieten Badami und Ramanagaram einrichten.

Für Gerhard ist der Indien Aufenthalt zudem die erste Station seiner zweiten Kletter Weltreise.

Dank der Spenden der Besucher seiner Muli Media Vorträge, sowie der Firmen Austrialpin, Bosch, Fischer / upat und der Spedition Schenker, konnte Gerhard ein großes Materialpaket nach Bangalore schicken. Insgesamt konnte er 800 Bolts (600 Stk. 10 mm Expansions Bohrhaken und Laschen, je 100 Stk.Top Rope Klebehaken und normale Klebehaken, 250 Klebepatronen), einen Bosch Akku Bohrhammer sowie ausreichend Zubehör wie Hammer, Helme, Seil und Bohrer per Air Cargo nach Indien bringen.

Dort besuchte er mit vier seiner indischen Freunde deren Hausgebiete „Badami“ und „Ramanagaram“, um mit ihnen gemeinsam Sportkletterrouten einzurichten. Dabei brachte der erfahrene Erschließer (200 Neutouren im Maltatal / Hohen Tauern) den Mitgliedern der Klettervereinigung von Bangalore alles Notwendige bei.

Die 50 Neurouten bedeuten einen neuen Standard in Indien. Alle Umlenker wurden redundant mit zwei Klebehaken ausgestattet (1 x Top Rope Klebehaken und 1 x normaler Klebehaken), als erster Haken wurde zumeist  ebenfalls ein Klebehaken verwendet und die Abstände wurden bewusst dem Schwierigkeitsgrad angepasst.

Um eine möglichst große Zahl von Kletterern mit den Routen anzusprechen, also sowohl einheimische Indische Kletterer und ausländische Besucher, wurden vor allem Linien im Bereich von 6a bis 6c erschlossen.

Mit diesen Ansätzen unterscheiden sich die neuen Routen wesentlich von den oft spärlich abgesicherten Linien bisheriger ausländischer Erschließer. Durch die Verwendung der Klebehaken wurde auch dem „Abmontieren“ der Laschen (dort wo leicht zugänglich) erstmals Einhalt geboten.

Das gesamte restliche Material verbleibt in Indien, wo sich die Locals nun hauptsächlich ans Sanieren machen wollen.

Gerhard meint zu seinem erfolgreich umgesetzten Projekt: „Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in Karnataka gewesen bin, wurde mir klar wie hoch das Sicherheitsrisiko durch alte Materialien und unsachgemäßes Anbringen war. Aber für die Indischen Kletterer hier sind neue Materialien nicht erschwinglich oder gar nicht erhältlich.

Zudem fehlte Ihnen grundlegendes know how und „Sicherheitsbewußtsein“. Da habe ich gemerkt, wie viel Glück ich eigentlich im Leben habe und wollte etwas unternehmen, um auch anderen Kletterern neue Möglichkeiten zu erschließen. Daher habe ich „Bolts for Bangalore“ ins Leben gerufen, und bei meinen Multi Media Vorträgen Spenden gesammelt. Weiters konnte ich einige Firmen für die Idee begeistern. Ich darf mich herzlich bei allen für die Unterstützung bedanken. So war es möglich hier in Bangalore auch wirklich etwas zu verändern, dem Projekt eine ordentliche Dimension zu geben.

Denn ohne eine Initiative von außen, mit entsprechend ausreichend Material und know how, würde hier nur sehr wenig bis gar nichts geschehen. So haben alle was davon, die einheimischen Kletterer und auch alle ausländischen Besucher. Ein entsprechender Kletterführer ist ja auch schon in Arbeit!“

Für Gerhard Schaar ist der Aufenthalt in Indien die erste Station seiner zweiten Kletter Weltreise, welche ihn noch nach Thailand, China, Neuseeland, Australien, USA, Canada und Südafrika führen wird.