„Living on the Edge“ einmal anders

Sich
beim Klettern und Bergsteigen bis an die Grenzen des Möglichen zu
belasten ist heutzutage die Vorraussetzung für Anerkennung im
professionellen Bergsport. Erreicht man dies, so steht man im
Mittelpunkt des Interesses von Sponsoren und der Öffentlichkeit.
Eine wesentliche Grundlage dafür ist die eigene Fitness und
Gesundheit – nur was ist, wenn diese abhanden kommt? Welche
Möglichkeiten bleiben wie z.B. bei einer schweren Krankheit wie
Krebs? Wer fragt dann danach welchen Schwierigkeitsgrad man klettern
kann oder wie viele Achttausender man schon bestiegen hat. Diese Fragen
werden dann schnell unwichtig und unbedeutend.

Aber
können die Eigenschaften, die im Bergsport Voraussetzung, das
Maximale seiner Leistungsfähigkeit zu geben, für Erfolg
bedeuten auch Menschen helfen die durch Krankheit betroffen sind? Genau
diese Fragen sind die Motivation von „To The Edge“ um durch Ihre
Aktionen solchen Menschen zu helfen. An einem Wochenende stehen einmal
nicht Cerro Torre; Ogre, Eiger oder Mezzalama im Mittelpunkt sondern 13
krebskranke Kinder.

Warum wurde das Children´s Camp ins Leben gerufen?
Nicht
nur die kranken Kinder, welche die meiste Zeit im Krankenhaus
verbringen müssen, brauchen zwischendurch eine Auszeit. Auch
diejenigen, die ihren harten Alltag im Kreise der Familie meistern,
sind dankbar, wenn sie das gewohnte Umfeld und den von
Medikamenteneinnahmen und Behandlungen strikt geregelten Tagesablauf
einmal hinter sich lassen können. Das Zusammentreffen mit
Leidensgenossen hilft ihnen, sich mit ihrem schweren Schicksal nicht
ganz so alleine fühlen zu müssen. Die traurige Wahrheit:
Viele dieser Kinder wurden von ihren Freunden mit Fortschreiten der
Krankheit im Stich gelassen und leiden stark unter dieser Einsamkeit.

Das „Children´s Camp“ sollte ihnen zumindest zeitweise ein Lachen auf die Gesichter zaubern.

Was war am Freitag los?
Am
ersten Juli-Wochenende durften 13 Patienten im Alter zwischen 8 und 16
Jahren gemeinsam mit ihren Familien zum Hotel Schwaitlalm in Elsbethen
bei Salzburg fahren. Die Kinder und ihre Familien wurden in
München mit dem Bus von Thomas Richter und seinem Hund „Timi“,
abgeholt und fühlten sich vom ersten Moment gut aufgehoben. Am
Abend warteten schon die prominenten Unterstützer, die
Olympiasieger Georg Hackl und Alexander Resch sowie Wolfgang Fierek.
Nach einer Pressekonferenz ging es dann richtig los, denn vom
Grillabend bis hin zum Klettercamp und Musikinstrumentworkshop wurde an
diesem Wochenende alles geboten.

Was war am Samstag los?
Ein
sehr wichtiger Punkt des Camps ist das Klettern, denn es steht für
das Überwinden von Ängsten und im übertragenen Sinne
auch als Sinnbild für das Überwinden der Krankheit. Vertrauen
ist ebenso wichtig denn man begibt sich beim Klettern in die
Verantwortung des Sichernden und Vertraut Ihm damit seine Gesundheit
an. Um sicher Klettern zu können braucht man neben der richtigen
Ausrüstung und Anleitung auch die Richtige Umgebung. Die Sektion
Berchtesgaden hat hierfür durch das Breitstellen des Kletterturms
im Ganz Grundstück optimale Möglichkeiten geschaffen. Die
Verantwortung für die Durchführung dieses Programmpunktes
übernahmen dabei erfahrene Bergführer wie Michael Grassl,
Korbie Rieser, Christian Schlesner und Manfred Reichelt. Die
notwendigen Klettergurte, Seile und Schuhe wurden von Roc Terra und
Promontagne Franz Hohensinn bereitgestellt.

Empfindungen
und Sinne waren das Leitmotiv der Gruppenspiele auf dem
Freigelände. Unter Leitung von Petra Neubauer stand das Vertauen
im Mittelpunkt und die Teilnehmen fanden zu einem Team zusammen das
keine Berührungsängste mehr kannte.

Nachdem die
Kräfte beim Mittagsimbiss auf dem Campingplatz Mühlleiten
aufgetankt wurden, konnten die Kinder unter Leitung von „Peter
Räuber und seiner Räuberbande“ eigene Instrumente basteln und
Lieder texten. Für die kleineren Kinder war Mia Wenig und ihre
Puppen ein unvergessliches Erlebnis. Sie verzauberte die Kinder mit dem
Kasperle und der Prinzessin. Etwas für die Ewigkeit schaffen und
Spuren zu hiterlassen war das Motto beim Töpfern mit Brigitte
Gössinger. „Mein Hand für die Ewigkeit“ – die Hände der
Kinder wurden auf Ton übertragen und sind bei einer
vorweihnachtlichen Ausstellung  in München zu sehen. Aber
auch für weitere Action wurde gesorgt, wer wollte konnte sich noch
im Hochseilgarten austoben.

Was war am Sonntag los?
Die
Sommerrodelbahn „Hochlenzer“ war sicherlich das absolute
Spaßhighlight für alle. Gemeinsam mit Olympiasieger
Alexander Resch wurden über 400 rasante Fahrten von den Kindern
gerodelt.

Die Natur kennen lernen und begreifen stand im
Nationalpark Berchtesgaden in der Ramsau, im Mittelpunkt. Dort konnten
die Kinder mit erfahrenen „Rangern“ die Natur erforschen oder wer
wollte mit dem Mountainbike zur „Bindalm“ fahren. Spielerisch lernten
wir viel über Fledermäuse und die uns umgebende Natur. Die
Bindalm und Sennerin Marianne mit ihren Kühen bildeten den
Abschluss des Wochenendes. Melken, Einstreuen und Buttern sind jetzt
keine abstrakten Worte mehr sondern erlebte Erfahrungen auf der Alm.

Müde
und erschöpft aber auch einige unvergessliche Erlebnisse reicher
wurde die Heimreise zurück nach München angetreten. In den
Köpfen Momente von Glück von denen sie sehr lange zehren
werden. Diese Kinder und ihre Familien brauchen schöne Momente, an
die sie sich erinnern können, wenn sie die Angst und die
Schmerzen, die der Krebs mit sich gebracht hat und vielleicht noch mit
sich bringt einmal wieder übermannen sollte.

Was hat es bei uns bewirkt?
Bei
uns Betreuern haben sicher die Gespräche mit den Eltern und der
Umgang mit den Kindern sehr viel bewegt. Die Kraft und Entschlossenheit
mit der sie für ihr Leben kämpfen, ist sicher ein Vorbild
für uns. Auf die Frage: „Ob der Weg auf den Berg zu anstrengend
sei.“, meinte ein 15-jähriges Mädchen mit einer
Lungenkapazität von 15%: „Kein Problem, weißt du, entweder
man zieht das durch oder nicht“. Mit dieser Einstellung, auch am Rande
der persönlichen und körperlichen Grenzen, noch das
Mögliche, zu Ende zu führen, ist dies eine Leistung die
sicher einer Besteigung eines Achttausenders gleichkommt, nur das sie
damit nicht im geringsten im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht.

Wie war das Feedback?
Folgende Email hat das Team einige Tage später erhalten:
Gesendet: Dienstag, 5. Juli 2005 21:18
Betreff: Vielen Dank
Nochmals vielen, vielen Dank für die wunderschönen Tage in den Bergen mit euch.
Wir
sind überwältigt von der liebevollen Art und den
Bemühungen uns ein unvergessliches Wochenende zu bereiten. Dein
selbstloses Engagement und das „grenzenlose“ der Mitglieder der To the
Edge Gruppe sowie aller anderen Beteiligten, hat uns tief berührt.
Wir konnten zum ersten Mal gemeinsam an einem Event teilnehmen, was
für Verena als Geschwisterkind bedeutete, einige Menschen kennen
zu lernen, die Sophia und mir durch die Zeit im Krankenhaus bekannt
sind und zusammen einige Tage zu verbringen. Wir waren so erfüllt
von diesen Tagen, dass wir euch alle mit Sophia’s Worten
grüßen: „Ich fühle mich wie eine Königin! „Wir
hoffen euch wieder zu sehen!
Erika, Verena und Sophia

Was kann jeder tun?
Unter
dem Motto „Helden gesucht“ ist DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinnützige GmbH auf der Suche nach potenziellen
„Lebensrettern“. Stammzellspender (früher auch Knochenmarkspender
genannt) kann jeder gesunde Mensch, im Alter zwischen 18 und 55 Jahren,
werden und gibt somit eine Chance auf ein weiteres Leben für einen
an Leukämie erkrankten Patienten. Trotz der 1,3 Millionen
registrierten Stammzellspendern steht immer noch jeder vierte Patient
ohne seinen genetischen Zwilling da. Nähere Informationen und
Aufnahmemöglichkeiten über Homepage der DKMS www.dkms.de

Auch
die Möglichkeit durch eine finanzielle Spende die erneute
Durchführung des Children’s Camp 2006 zu ermöglichen
ist vorhanden

Spendenkonto Deutschland

Deutsche Lebensbrücke e.V.
Dresdner Bank München
Konto: 300 100 300
BLZ: 700 800 00
   
Stichwort: Children's Camp 

Spendenkonto Österreich

Lebensbrücke International
Salzburger Landes-Hypothekenbank
Konto: 219 035 376
BLZ: 55 000

Stichwort: Children's Camp

Wer war dabei?
Ohne
die unzähligen Unterstützer wäre die Durchführung
des „Children´s Camp“ nicht möglich gewesen. Es ist ein
Dominospiel, bei dem jeder Stein zählt. Für den
Unterstützer Cisco Systems Germany GmbH mit Sitz in Hallbergmoos
bei München steht das „Children´s Camp“ unter dem Motto
„Time to give back“ – für das IT-Unternehmen war es an der Zeit,
etwas von seinem Erfolg zurück zu geben.

„To the Edge“ und Deutsche Lebensbrücke e. V.
bedanken sich für die einzigartige Unterstützung
bei Children´s Camp 2005
bei

Bäckerei
Zechmeister, „Bindalm“, Sennerin Marianne, Cisco Systems Germany GmbH,
DAV Berchtesgaden, Bergsteigerhaus „Ganz“, Fierek Wolfgang und Djamila,
Gössinger Brigitte, Grassl Michael, Hackl Georg,
Omnibusunternehmen Hogger / Richter, Thomas und „Timi“, Hohensinn
Franz, Lenz Vroni, Maltan Andi / Sommerrodelbahn „Hochlenzer“, Max
Wieninger Stiftung, Mühlleiten Campingplatz, Nationalpark
Berchtesgaden/ Klaus Melde, Wolfgang Fegg, Frank Baumann, Julia Herzog
und Nora Martiny, Neubauer Petra, Nitschner Claudia, Obrazka Margit,
Reichelt Manfred, Resch Alexander, Reuber Hans-Peter und seine
„Räuberbande“, Rieser Korbinian, RocTerra Kletterausrüstung,
Hotel „Schwaitlalm“, Wenig Mia

Wer ist „To The Edge“?
Franz
Fendt, Max Köstler, Richard Lenz, Stefan Lichtmannegger, Hans
Lochner, Christian Schlesener, Monika Springl und Dr. Carl-Mikael
Wilhelmsson, Lebensbrücke International und Deutsche
Lebensbrücke e. V.

Was will „To the Edge“?
Das
TO THE EDGE Team setzt sich zusammen aus namhaften Bergsteigern,
Extremsportlern und abenteuersuchenden Menschen, die in Zusammenarbeit
mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei GmbH und
Lebensbrücke International an die Grenzen gehen, sportlich,
menschlich und medienwirksam.

Unter dem Motto „never give up“
gestaltet das Team immer wieder große, weltweit einzigartige und
außergewöhnliche Aktionen, um damit Menschen auf
Hilfsbedürftige aufmerksam zu machen. Durch die
länderübergreifende Medienberichterstattung können auch
Sponsoren und Förderer des Teams mit ihrem Wirken und ihren
Produkten einen neuen Aufmerksamkeitsgrad erreichen sowie gleichzeitig
dem guten Zweck dienen.

Ziel der besonderen Aktionen von TO THE
EDGE ist es, mit besonderen Projekten die Arbeit der Organisationen zu
unterstützen, sowie unsere Partner und Sponsoren medienwirksam zu
vertreten.