Zum siebten und vorerst letzten Mal fand der Kölner AlpinTag statt. Deutschlands großes und einzigartiges Bergsportfestival zog bei seiner Abschiedsveranstaltung am 18. Oktober im Forum Leverkusen über 4.500 Besucher an.

Robert Jasper, Thomas Huber und Erbse feiern Cheforganisator Andreas Borchert vom Kölner Alpenverein
Robert Jasper, Thomas Huber und "Erbse"
feiern Cheforganisator Andreas Borchert
vom Kölner Alpenverein.

Auch in diesem Jahr stellte der Kölner Alpenverein ein vielfältiges und fachlich überzeugendes Programm zusammen. Globetrotter Ausrüstung Köln war, wie bereits im Vorjahr, Veranstalter dieses erfolgreichen Events. Höhepunkte des Tages waren die Multivisionsshows des Extremkletterers Thomas Huber (Huberbuam) und des beliebten und bekannten Tierfilmers Andreas Kieling.  
 
Der Kölner AlpinTag hat wohl mittlerweile Kultstatus in der Bergsportszene. Kletterer, Wanderer und Bergsteiger, egal ob Bergsportprofis oder Freizeitsportler, kamen jedes Jahr zahlreich zu diesem außergewöhnlichen alpinen Ereignis. In den sieben Jahren seines Bestehens wuchs die Veranstaltung kontinuierlich. Nicht nur die Besucherzahl nahm deutlich zu, auch das Programm wuchs stetig. In diesem Jahr konnten sich die Besucher zwischen 89 Programmpunkten entscheiden! Eine beachtliche Auswahl für eine Veranstaltung, die hauptsächlich ehrenamtlich durch den Kölner Alpenverein organisiert wird.Bergsportgrößen wie Reinhold Messner, die Huberbuam, Gerlinde Kaltenbrunner und Robert Jasper waren in den letzten Jahren zu Gast und haben hautnah über ihre Erlebnisse referiert. Verantwortlich für den Erfolg des Kölner AlpinTags sind jedoch nicht nur prominente Gäste und Referenten, sondern vor allem auch die professionelle Outdoor-Messe und die guten Fachvorträge, das Ganze eingebettet in ein familienfreundliches, größtenteils kostenfreies Rahmenprogramm für alle Altersgruppen.  
 
Abschied auf Zeit  
Begründer, Organisator und Kopf des Kölner AlpinTags ist Andreas Borchert. Gemeinsam mit seinem Team hat er den Kölner AlpinTag auf die Beine gestellt und diesem seinen einzigartigen Charakter gegeben. „Wenn es am Schönsten ist, soll man bekanntlich ja aufhören. Deshalb legen wir vorerst eine kreative Pause ein“, erklärte Borchert die Entscheidung für die Auszeit der Veranstaltung.Natürlich bedeute dies nicht, dass es den Kölner AlpinTag nicht mehr geben werde, fuhr er fort, “ aber wir sind einfach an unsere persönlichen Grenzen gestoßen. Zudem möchten wir neue Ideen einbringen können, sonst nutzt sich das Konzept der Veranstaltung ab. Letztendlich bin ich froh darüber, dass die Veranstaltung von allen beteiligten Ausstellern, Referenten, Sponsoren und Besuchern so gut angenommen wurde. Aber eine Auszeit ist jetzt einfach notwendig.“  
 
Auch der Veranstalter des 7. Kölner AlpinTags, Globetrotter Ausrüstung Köln, sieht es ähnlich, zeigt er doch in erster Linie eine hohe Affinität zu den Veranstaltungsthemen. Filialleiter Klaus Weichbrodt äußerte sich während des Pressetermins gegenüber dem Moderator Kalle Kubatschka, dem Vorsitzenden des Kölner Alpenvereins, wie folgt: „Wir finden es auch sehr schade, dass der Kölner AlpinTag so nicht mehr stattfinden wird. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kölner Alpenverein hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Organisationsteam hat viel Energie und Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt, die den Kölner AlpinTag zu dem gemacht haben, was er ist.“Und fügte hinzu: „Der Kölner AlpinTag lebt von den Mitgliedern des DAV. Deshalb wäre der Kölner AlpinTag ohne die Beteiligung vom DAV wie die Alpen ohne Berge. Aus diesem Grunde wollen wir die Veranstaltung so nicht weiterführen und können uns vorstellen, etwas Eigenes zu konzipieren. Aber konkrete Pläne gibt es bisher noch nicht“.  
 
Interessiertes Publikum  – sympathische Referenten – volles Haus
Extremkletterer Thomas Huber zog mehr als 900 Besucher mit seinem lebendigen und humorvollen Vortrag in den Bann. Über das Leben in der freien Natur und über seine intensive Begegnung mit wilden Tieren berichtete „Bärenmann“ Andreas Kieling in seiner Multivisionsshow. Die Besucher lauschten dem spannenden Vortrag des weltweit führenden Extrembergsteigers Robert Jasper und ließen sich von dem bekannten  Fotografen und Buchautoren Ralf Gantzhorn ans "stürmischste Ende der Welt",  nach Patagonien, entführen. Alle Programmpunkte, ob Workshops, Seminare, Reisevorträge, Filme oder die neu eingeführte Diskussionsrunde „AlpinTalk“, waren gut besucht. Die über 80 Aussteller der Outdoor-Messe waren hoch zufrieden und lobten das fachkundige Messepublikum.  
 
Alpine Fotoausstellung unterstützt tibetische Kinder   
Der Verkauf der Bilder des Walliser Fotografen François Perraudin brachte insgesamt eine Summe von über 1.500 Euro zusammen. Das Geld ging an den gemeinnützigen Verein Shelter 108 e. V., der von der Filmemacherin und Autorin Maria Blumencron gegründet wurde und tibetische Kinder und Familien im Exil unterstützt. Maria Blumencron bedankte sich herzlich für die Spende. In ihrem Vortrag stellte sie Shelter 108 e. V. näher vor, berichtete über die Lage der geflohenen Kinder und beschrieb die einzelnen Hilfsprojekte. Infos unter: www.shelter108.de .  
 
Fazit: Der 7. Kölner Alpintag war rund um gelungen. Besonders erfreulich: Mehr als 180 DAV-Mitglieder konnten gewonnen werden. Letztendlich nutzte das Organisationsteam die Gelegenheit, sich beim Hauptvortrag von Thomas Huber auf der Bühne beim Publikum für die jahrelange Treue und das große Interesse zu bedanken. Die Zukunft der Veranstaltung ist zwar ungewiss, aber geben wird es sie auf jeden Fall wieder. Nur wann und in welchem Gewand, das steht noch nicht fest.