...eine seichte, 45m lange Riesenverschneidung mit durchgeknallten Bewegungen und anschließendem Boulderparcour durch die letzten unbegangenen Dächer der Atlantiswand...

Toni Lamprecht: "The Devil

Toni Lamprecht berichtet:
… nachdem mir im Frühjahr die erste Begehung der zentralen Verschneidung mit einem Links-Ein- und Ausstieg gelingt, entsteht zunächst "Sunjata" – die vielleicht bewegungsmäßig abgefahrenste Route in Kochel. Jetzt fehlt noch der Direkteinstieg, welchen die Frühjahrs-Regengüsse aber zunächst zunichte machen.

Fotostrecke: Toni Lamprecht in „The Devil, You And Me“ (11)

Fotos: © Margit Memminger

Über den Sommer spiele ich dann weiter mit dem noch fehlenden Einstieg ("It's in my blood") rum, der im Juni mit einem feinen, kleingriffigen Boulder, einer pumpigen Piazschuppe und einem Abschlussdachl garniert zu einer wahren Fitness-Tortour erweitert wird. Woche um Woche läuft es besser.

Doch irgendwann kommen alpine Unternehmungen, ein paar Wochen Südfrankreich und Mallorca mit weitaus besserer Felsqualität dazwischen.

Nach erneutem Ausbouldern schaue ich nicht mehr auf den kleinsplittrigen Fels zwischen halbnassen Rissdächern, sondern steige das gesamte Ding Ende September einfach ohne Runterfallen durch.

Für "The Devil, you and me" braucht es:

  • 45m langer und 15m überhängender Kalksandstein
  • 4 verschiedene Abschnitte
    Direkteinstieg; Sunjata-Passage – mit einer Stemmverschneidung, komplexen Untergriffzügen und anschließender Boulderpassage, noch ein weiterer schwerer Boulder, Ausdauerkletterei, Ruhepunkt und schließlich das pressige Abschlussdach), welche sich hervorragend zu einer Route im 11. Grad kombinieren lassen.
  • ein 80m Seil
  • gute Ausdauer und Maximalkraft
  • einen großen Dicken mit einem sturen Kopf…