Die Präventionsveranstaltung "Sicherheit im Bergsport 2010" lockte am Samstag mehrere Hundert Bergsportbegeisterte nach Pottenstein und Bayreuth. Die Veranstalter waren mehr als zufrieden und sind sich sicher, mit dieser Aktion einen Beitrag zu mehr Sicherheit geleistet zu haben.

v.l.n.r. Rolf-Dieter Winkler, Werner Zischow, Jürgen Schmieder, Stefan Frühbeißer, Wolfgang Sommer, Tamara Schlemmer, Chris Semmel, Peter Wiesent. Die Tagesveranstaltung in Pottenstein begann um 11 Uhr an der Bergrettungswache im Beisein des Landtagsvizepräsidenten Peter Meyer, 1. Bürgermeister Stefan Frühbeißer, Polizeivizepräsident Wolfgang Sommer, dem Leiter der DAV-Sicherheitsforschung Chris Semmel, DAV-Vizepräsidentin Tamara Schlemmer und dem Regionalleiter der Bergwachtregion Frankenjura Jürgen Schmieder. Auch Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber sowie die Leiter der örtlich zuständigen Polizeiinspektionen waren vor Ort.

Zur Sensiblisierung für das Thema führten Angehörige der Bergwacht und der oberfränkischen Polizei eine gemeinsame Schauübung am gegenüberliegenden Felsen durch. Bereits zu dieser ersten Attraktion hatten sich viele Besucher an der Bergrettungswache in Pottenstein eingefunden. Die Moderation erfolgte durch Rolf-Dieter Winkler, Regionalleiter der Bergwacht Fichtelgebirge und Peter Wiesent, Alpinbeauftragter der bayerischen Polizei.

Neben einer beeindruckenden Fahrzeug- und Geräteschau und einem unterhaltsamen Kinderprogramm, hielten Bergsport-Experten kurzweilige Fachvorträge. Wolfgang Pfeffer, einer von zwei Sachbearbeitern für Berg- und Kletterunfälle des Polizeipräsidiums Oberfranken, informierte die Besucher über Alpinunfälle aus polizeilicher Sicht. Die Sicht der Bergwacht wurde von Klemens Reindl, Rechtsexperte und Bergwachteinsatzleiter, dargestellt.

Chris Semmel vom Deutschen Alpenverein brachte den äußerst interessierten Zuhörern das Thema "Kletterunfälle und deren Ursachen" näher. Der Aspekt "Gesundheitliche Tourenvorbereitung" wurde von Prof. Dr. Volker Lischke dargestellt. Als Chefarzt in Bad Homburg und Bergrettungsnotarzt bei Air Zermatt kann dieser auf ein reichhaltiges Erfahrungswissen zugreifen.

Allroundalpinist Gerhard Kireth gab Tipps für die Tourenplanung in der Praxis. Er ist Erstbegeher zahlreicher Kletterrouten im Frankenjura. Bei allen Vorträgen war der Schulungsraum der Bergwache voll mit interessierten Zuhörern besetzt.

Die Bergwacht Pottenstein mit ihrem Motto "Bei jedem Wetter und in jedem Gelände helfen wir Wanderern und Bergsteigern in Not!", sorgte hervorragend für das leibliche Wohl der begeisterten Besucher. Moderator Markus Welisch vom Polizeipräsidiums Oberfranken beendete die Tagesveranstaltung gegen 16 Uhr bei herrlichem Wetter.

Die Abendveranstaltung in Bayreuth begann um 19 Uhr mit einem Vortrag des international bekannten Sicherheitsexperten und "Sicherheitspapstes" im Bergsport Pit Schubert. Der Sachverständige für Berg- und Kletterunfälle, Publizist und Extrembergsteiger ist eine feste Größe, wenn es um Klettersicherheit geht.

Zudem ist Schubert der Gründer und langjährige Leiter des DAV-Sicherheitskreises sowie Ehrenpräsident der Internationalen Union der Alpinismusvereinigungen (UIAA). Seine Arbeit für die Sicherheit im Bergsport wurde mehrfach ausgezeichnet.

Den Zuhörern, zumeist Fachpublikum in der Veranstaltungshalle des Jugendzentrums, brachte er die Aspekte "Sicherheit und Risiko in Fels, Eis und in der Kletterhalle" näher. Er glänzte hierbei durch sein fundiertes Fachwissen und seine feine Rhetorik.

Im Anschluss fand eine lebhafte Podiumsdiskussion statt. Hieran nahmen neben den Referenten vom Nachmittag Klemens Reindl und Peter Wiesent noch Pit Schubert und die Vizepräsidentin des Deutschen Alpenvereins Tamara Schlemmer teil. Tamara Schlemmer ist Erstbegeherin schwerster Kletterrouten im Frankenjura und war von 1988 bis 1998 Mitglied der Sportkletternationalmannschaft.

Moderator Herbert Gröschel von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken war sich sicher, dass die Themen die begeisterten Zuhörer bestimmt noch länger beschäftigen werden.

Die beindruckende Besucheranzahl zeigt deutlich, dass der Bergsport immer mehr begeisterte Anhänger findet und sich von einer Trendsportart zum Breitensport entwickelt hat. Die Veranstaltung hat die Zielgruppe genau erreicht und das Thema Sicherheit in Fels, Eis und Halle ins Bewusstsein der ambitionierten Kletterer gebracht.

Passend hier auch das Motto des Polizeipräsidiums Oberfranken: "Mit Sicherheit Oberfranken".