Petrus muss ein Boulderer sein: Während wenige Kilometer weiter in den Bergen das Gewitter-Inferno tobte, bekamen die Kletterer in Überlingen nur am Vorabend zum DAV-Sektionen-Cup einen kleinen Regenguss ab.

Sun und Fun am Bodensee: Die deutschen Bouldermeister stehen fest!

Zum kombinierten Highlight DAV Boulder- und Speedcup am Samstag zeigte sich das Wetter dann wieder wie zum Termin in Überlingen schon gewohnt von seiner besten Seite.

Fotostrecke: Sun und Fun am Bodensee: Die deutschen Bouldermeister stehen fest!

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Fotos: © Marlis Langer, Nico Altmeier, Holger Bleeck, Martin Joisten

Hochsommerliche Temperaturen ließen den Boulderern die Finger glühen und die Schuhe an der Bouldermatte festkleben – so manch einer suchte in den Wettkampfpausen das kühlende Bad im Bodensee… Zur Boulder-Beach-Party am Bodensee waren 41 Männer und 15 Frauen aus Deutschland, Österreich und Italien angereist, um am Seeufer die Meister zu ermitteln. Nach dem gemeinsamen Cup mit dem OeAV in Kitzbühel gab es auch in Überlingen für die OeAV-Starter Punkte für den Austria-Boulder-Cup.

Internationales Starterfeld im Damenfinale

Nach der Hitzeschlacht in Qualifikation und Halbfinale hatten es schließlich sechs Damen geschafft und durften ein drittes Mal an diesem Tag an die Wände. Dabei war das Starterfeld im Damenfinale bunt gewürfelt: Milena Krämer aus Erlangen, die Österreicherinnen Franziska Saurwein und Barbara Zangerl, die international für Schweden startende Angelica Lind (Allgäu-Immenstadt) sowie Juliane Wurm (Wuppertal) und Natalie Sailer (Augsburg). Bei den Damen war damit das Rennen um den Gesamtsieg und den Deutschen Meistertitel vor dem Finale noch offen – sowohl Milena Krämer als auch Natalie Sailer hatten rechnerisch noch Chancen auf den Gesamtsieg.

Bei hervorragender Stimmung unter den rund 800 Zuschauern stellten sich die Damen den 4 Finalbouldern des Routenbauer-Quartetts Christoph Finkel/ Maxi Klaus/ Tobias Reichert und Sonja Schade. Die Routenbauercrew musste sich bei ihren Finalkreationen schon in Richtung Weltcup-Schwierigkeiten orientieren, war mit Angelica Lind doch eine der derzeit best platzierten Frauen im Boulder-Weltcup (Rang 6) unter den Finalistinnen und auch Barbara Zangerl gehört mit ihren Fels-Begehungen bis FB 8a+ sicherlich zu den stärksten Frauen weltweit.

Aber allen internationalen Meriten der Konkurrenz zum Trotz zeigte einmal mehr Juliane Wurm, dass sie derzeit national nicht zu schlagen ist: Auch wenn sie nach dem Halbfinale Angelica noch den Vortritt lassen musste, war die sympathische Wuppertalerin im letzten Durchgang die einzige, die alle vier Finalboulder klettern konnte und sich damit verdient den Tagessieg sicherte. Nur Angelica konnte ihr mit 3 gekletterten Bouldern noch halbwegs Paroli bieten und wurde Zweite – sie war es auch, die die Zuschauer zu Beifallsstürmen hinriss, als sie in Boulder 4 eine Kostprobe ihrer Beweglichkeit gab, um den Topgriff zu erreichen. Auf Rang drei landete Natalie Sailer knapp vor Barbara Zangerl und Franziska Saurwein. Milena Krämer wurde Sechste.

Natalie Sailer neue Deutsche Meisterin im Bouldern

Das Podium reichte Natalie Sailer schließlich für den Gesamtsieg im Bouldercup und damit den nationalen Meisterehren – mit ihrem dritten Platz konnte sie Milena Krämer auf den zweiten Platz der Gesamtwertung verweisen; Dritte in der DM-Wertung wurde die Reutlingerin Ines Bischoff, die in Überlingen im Halbfinale leider etwas Pech hatte und auf dem 10 Platz landete. Die Tagessiegerin Juliane Wurm war leider erst zum Cup in Überlingen in das nationale Bouldergeschehen eingestiegen, nachdem sie die ersten Cups wegen eines Auslandsaufenthaltes in Frankreich verpasst hatte.

Das diese Monate wohl ihrer Kletterform zuträglich waren, konnte sie nach ihren Siegen beim DSC in Dresden und Forchheim nun auch beim Bouldercup in Überlingen unter Beweis stellen – auch der 13. Platz beim Boulder-Weltcup in Montauban (F) Anfang Juli lässt für den Rest der Saison hoffen. International wird sie neben der Jugend-WM Ende August in Sydney auch mit der neuen Meisterin Sailer zur EM Mitte Oktober nach Paris fahren um die Fahnen des DAV hochzuhalten.