So, nun hat Stefan mit seinem Artikel mal ein paar Dinge gerade gerückt die schon längereiner Richtigstellung bedurften. Es gibt da allerdings noch einige Dinge, die in Bezug auf alte wie auch neuere Entwicklungen zu sagen wären. Von den Schwierigkeitskorrekturen mal ganz abgesehen, sind die Routen der Trilogie auch von ihrer Art und Anlage eines Vergleiches bedürftig. Während man bei Beat´s wie Stefan´s Route doch so etwas wie die Suche nach Eleganz und Schönheit aus den Seillängen lesen kann, so hat man bei Tom´s Route eigentlich nur das Gefühl, das alles darauf ausgelegt wurde, potentiellen Wiederholern das Leben möglichst schwer zu machen. Nun hat diese Sommer die andere Hälfte des dynamischen Duos an der westlichen Zinne zugeschlagen. („Bellavista“). Das darauffolgende mediale Heldenepos dürfte allerdings vielen (mich eingeschlossen) sehr bitter aufgestoßen sein. Bescheidenheit ist keine Tugend mehr, oder? Täte man nicht besser daran, in punkto Schwierigkeit erst einmal vorzuschlagen statt immer gleich eins draufzuschlagen? Alpines Sportklettern bietet meiner Meinung nach die einzigartige Chance, abseits des heutzutage inflationären Schwierigkeitsgallops, eine langfristigere Weiterentwicklung zu ermöglichen. Es ist daher traurig das die Leistungen derer, die auf diesem Gebiet schon außergewöhnliches geleistet haben, durch den Auswurf einer vermarktungsstrategisch ja ach so wichtigen) neuen Nummer untergebuttert werden. Man kann dem“ Helden der Zinnen“ abschließend eigentlich nur empfehlen, mal einen Trip in „Des Kaisers neue Kleider“ zu planen, um zu erleben was „nur“ 10+ im Gebirge schon bedeuten kann. Er wäre nicht der erste, der danach mit einem flauen Gefühl in der Magengegend auf den Boden der Tatsachen zurückschwebt.