Die Pioniere des Alpinismus waren Amateure. Liebhaber, die aufgrund der Faszination am Bergsteigen immer höhere Gipfel und schwierigere Wände bewältigten.

 Showalpinismus - Wie viel Leistung steht hinter der Berg-Show? Sie entwickelten einfache Regeln, um bergsteigerische Leistungen zu beurteilen, die sich in einem Satz zusammenfassen lassen: By fair means. Ausgangspunkt: die persönliche Leistungsfähigkeit. Was der Einzelne kann, darf er auch. Von allem anderen sollte er Abstand nehmen.

Alpinismus wurde über die Jahrzehnte zu einer professionellen Tätigkeit. Viele Bergsteiger leben von Sponsoring, Vortragsreisen und Bücherverkauf. Der Markt ist die Öffentlichkeit: je präsenter, desto stärker der Nutzen für Sponsoren und Bergsteiger.

"By fair means" wird heute oft mit "whatever it takes" ersetzt: Nicht die persönliche Leistungsfähigkeit und das eigene Können entscheiden, sondern die maximale Öffentlichkeit stellt den Bewertungsrahmen für bergsteigerische Leistungen dar.

Eine Kameraeinstellung kann wichtiger für die Berg-Karriere sein, als der Schwierigkeitsgrad der Wand, in der geklettert wird. Durch die steigende Anzahl an Filmen und Fotos, die in der Ästhetik auf schnelle Schnitte, laute Musik, spektakuläre Kamerawinkel und starke Montage setzen, wird es für die Zuseher immer schwerer, zu beurteilen, wie die Leistung der Protagonisten wirklich eingeordnet werden kann. Der Fall des Mountain – Runners Christian Stangl, der gefühlten Druck von Medien und Sponsoren als Grund dafür angibt, eine Besteigung vorgetäuscht zu haben, stellt sicher nur die Spitze des Eisbergs dar.

Dass Alpinisten ihre Leistungen vermarkten, ist legitim. Die Frage, die gestellt werden muss, ist: Wie viel Leistung steht hinter der Show? Können alpinistische Leistungen heute von der breiten Masse der Zuseher nachvollzogen werden?

Diese Fragen werden in der IMS Diskussion am Freitag 28. Oktober ab 21 Uhr im Forum Brixen erörtert. Nach einem einleitenden Kurzreferat des bekannten Bergführers Hanspeter Eisendle, der auch in vielen Filmen als Stuntman und Statist mitgewirkt hat, diskutieren die Berglegende Reinhold Messner und der Unternehmer und Sportkletterer Stefan Glowacz.

In der Runde sitzt der Nachwuchs- Spitzenkletterer Adam Ondra ebenso, wie der Geschäftsführer des Unternehmens Deuter und Alpinist Bernd Kullmann. Peter Reinthaler, Manager des Nordtiroler Kletter-Wunderkinds David Lama wird ebenso vertreten sein, wie der Regisseur Gerald Salmina und der Redaktionsleiter der Gazzetta dello Sport Alessandro Filippini.

Im Anschluss an die zentrale Hauptdiskussion des International Mountain Summit 2011 findet das traditionelle "Abklettern" mit einem gemütlichen Beisammensein im Forum statt. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt der HGV Brixen.