Alex Puccio und Sean McColl sind die adidas ROCKSTARS 2012

Rund 70 der weltbesten Athleten aus 20 Nationen waren angereist, um in der Stuttgarter Porsche-Arena einen Boulderwettkampf der Extraklasse zu erleben.  Auf einer großen Bühne mit Catwalk und Liveband fühlten sich die Profikletterer wie Rockstars. Und genau das ist das Ziel der Veranstaltung, die Rock Climbing mit Rock Music zu einer spektakulären Bühnenshow kombiniert.

Fotostrecke: adidas ROCKSTARS 2012 in Stuttgart

Fotos: © Elias Holzknecht, Christian Waldegger, Christian Pfanzelt

Vor allem die zwölf Athleten, die sich durch Qualifikation und Semifinale bis ins große Finale am Samstagabend gekämpft hatten, bekamen bei der feierlichen Präsentation der Finalisten auf dem Catwalk eine Extraportion Gänsehaut und Adrenalin zu spüren.

Angeheizt von der Schweizer Rockband Sideburn lieferten sich die Top 6 Damen und Herren ein spannendes Duell am künstlichen Fels. Vor allem der Kanadier Sean McColl wurde der ihm zugelosten Startnummer 1 in jeder Beziehung gerecht. Nach einem vierten Rang in der Qualifikation und dem Sieg des Halbfinales, dominierte McColl auch das Herrenfinale, denn er konnte jeden einzelnen Boulder flashen (Anm. im ersten Versuch toppen).

Nach einem sehr anspruchsvollen Semifinale, in dem es nur Sean McColl, Alex Puccio und der Japanerin Akiyo Noguchi gelungen war, alle vier Boulder zu toppen, sah es zunächst so aus, als hätten die Routenbauer Milde walten lassen,  denn das erste Finalproblem lösten alle Athleten im ersten oder zweiten Versuch in weniger als der Hälfte ihrer Rotationszeit. Sean McColl gelang dies sogar in sagenhaften 24 Sekunden. Auch den zweiten Finalboulder konnten alle Athleten bis auf die Norwegerin Therese Johansen und Jeremy Bonder aus Frankreich flashen, mit dem Ergebnis, dass Therese Johansen, die Österreicherin Katharina Saurwein und Akiyo Noguchi punktgleich auf Rang 3 lagen.

Da im adidas ROCKSTARS Format nur die besten drei Finalisten eine Runde weiter kommen, war die Wettkampfjury gefordert. Diese entschied schnell und zugunsten der Athleten, dass sich alle fünf Damen noch einmal am dritten Finalboulder messen dürfen. Bei den Herren war das Ergebnis dagegen eindeutig: Sean McColl, der Amerikaner Jon Cardwell und der Franzose Guillaume Glairon-Mondet qualifizierten sich für die nächste Runde.

Akiyo Noguchi startete als erste am dritten Boulder. Flash! Doch so leicht, wie die Japanerin dieses Problem aussehen ließ, war es dann doch nicht. Sowohl Therese Johansen als auch Katharina Saurwein scheiterten. Und auch Kraftpaket Alex Puccio, musste sich, nachdem sie den Topgriff im ersten Versuch schon fast erreicht hatte und dann stürzte, am Ende geschlagen geben.

Somit standen alle Türen ins Superfinale offen für Juliane Wurm. Die fünffache deutsche Meisterin und Vize-Europameisterin hatte sich im schweren Halbfinale auf Rang fünf gebouldert. Doch auch sie konnte das Problem nicht lösen. Nach einem langen Wettkampftag reichte die Kraft einfach nicht mehr aus. Damit stand die erste Superfinalpaarung fest: Akiyo Noguchi gegen die Vorjahreszweite Alex Puccio.

"Ich freue mich sehr über den dritten Platz", sagte Jule Wurm später im Interview. "Die ersten beiden Finalboulder sind gut gegangen, aber der letzte war sehr hart. Ich war einfach nicht fit genug, um noch mehr erreichen zu können. Cool fand ich, dass wir im Vergleich zum letzten Jahr noch mehr Zuschauer hatten und sich die Athlete Lounge nochmals verbessert hat. Es ist toll, sich wie ein echter Rockstar zu fühlen, wenn man da draußen auf der Bühne vor der Wand steht. Insbesondere mit der Livemusik als Begleitung hebt sich adidas ROCKSTARS von anderen Wettkämpfen ab."