Knapp drei Wochen hatten die Boulderer aus dem Weltcupzirkus frei, um nach den ersten drei Stationen in Chongquing, Log Dragomer und Wien durchzuatmen. Nun fand am vergangenen Wochenende der vierte Boulderweltcup des Jahres in Innsbruck statt.

Boulderweltcup Innsbruck 2012: Die deutsche Sicht

Innsbruck ist bekannt als Kletterhochburg und so konnte man nicht nur einige Topstars der Szene an der Wand, sondern auch viele andere während der Veranstaltung im Publikum sehen.

Fotostrecke: Boulderweltcup Innsbruck 2012: Die deutsche Sicht

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Fotos: © Heiko Wilhelm (OeWK)

Das deutsche Team war in Innsbruck durch Juliane Wurm (DAV Wuppertal), Monika Retschy (DAV München-Oberland), Isabell Leiner (DAV Zweibrücken), Jana Müller (DAV Hamburg und Niederelbe), Jonas Baumann (DAV Wuppertal), Stefan Danker (DAV Landshut), Mathias Conrad (DAV Zweibrücken) und Peter Würth (DAV Ludwigshafen) vertreten. Dem stark besetzte Teilnehmerfeld mussten leider viele der DAV Starter Tribut zollen.

Schon nach der Qualifikationsrunde war der Wettkampf für Monika Retschy (21. Platz), Jana Müller (36. Platz), Isabell Leiner (37. Platz), Stefan Danker (23. Platz), Mathias Conrad (25. Platz) und Peter Würth (49. Platz) beendet. Sehr knapp war es bei Monika Retschy, die sich bis zu den letzten Startern noch unter den Top 20 der Qualifikationsrunde – und damit im Halbfinalbereich befand, dann aber noch kurz vor Schluss auf den undankbaren 21. Platz verdrängt wurde.

Ein Versuch bei einem Bonusgriff weniger hätte für den Einzug ins Halbfinale gereicht, was wieder einmal zeigt, wie knapp das Feld auf einem Boulderweltcup beisammen liegt. Sicher ins Halbfinale kamen Juliane Wurm und Jonas Baumann, die beide eine solide Vorstellung in der Qualifikation ablieferten.

Das Halbfinale der Herren wie auch das der Damen wartete mit perfekt geschraubten Bouldern auf. Hier wurde durch das Routenbauer Team um den Franzosen Marc Daviet eine sehr abwechslungsreiche und selektive Runde an die Wand gezaubert, in der absolute Vielseitigkeit gefragt war: Nur wer wirklich in allen Geländeformen gut unterwegs ist, konnte sich hier weit nach vorne schieben. Nicht ganz gereicht hat es dann leider für die beiden deutschen Starter Im Halbfinale: Juliane Wurm belegte den 10. Platz , Jonas Baumann landete auf Rang 11.

Im Finale der Damen sah alles zunächst nach einem Sieg des Shootingstars Shauna Coxsey (GBR) aus: Souverän konnte sie die ersten Boulder in wenigen Versuchen klettern. Am letzten Boulder rutschte ihr aber zweimal der Fuß, so dass sie sich unverhofft auf der Matte wiederfand und den Boulder erst im dritten Versuch bewältigen konnte. Durch einen Flash im letzten Boulder konnte sich die Lokalmatadorin Anna Stöhr (AUT) doch noch vor Shauna Coxsey schieben und sich den Sieg in der Heimatstadt sichern. Das gleiche Kunststück gelang auch Kilian Fischhuber (AUT): Ihm gelang als einzigem die Begehung von zwei Finalbouldern; damit machte das österreichische Dream Team vor begeisterter Heimkulisse den Doppelsieg perfekt.

Durch Fischhubers und Stöhrs Siege kam nun auch wieder Bewegung in die Weltcupgesamtwertung: Anna Stöhr liegt jetzt mit zwei Punkten vor Akiyo Noguchi (JAP) in Führung, Kilian belegt Rang zwei hinter Rustam Gelmanov (RUS). Die besten Deutschen in der Gesamtwertung sind nachwievor Jonas Baumann (9. Platz) und Juliane Wurm (8. Platz).

Weiter geht es für den Bouldernationalkader am kommenden Freitag. An diesem Tag wird der Fug in die Vereinigte Staaten angetreten, um bei dem vorletzten Boulderweltcup in Vail (01./02.06.9) rechtzeitig akklimatisiert zu sein und hoffentlich wertvolle Punkte sammeln zu können. Vielleicht kann Jonas Baumann ja wieder einen Treppchenplatz landen – seinen bisher größten Erfolg hatte sich der Wuppertaler ja 2009 mit dem Sieg in Colorado gesichert, 2011 wurde er an gleicher Stelle Dritter. Und auch Juliane Wurm weiß bereits, wie es sich in Vail auf dem Treppchen anfühlt: Hier wurde sie 2010 ebenfalls Dritte. Es scheint also ein gutes Pflaster zu sein für das DAV-Team in Vail…

Der DAV Nationalkader wird unterstützt von Vaude und Edelrid.