Presseinformation:

Eine Seilschaft wie Fels und Eis, ein Ziel wie ins „Epizentrum“ der Elemente:
Stefan Glowacz und Robert Jasper
sind Kletterer und Expeditionsbergsteiger auf höchstem Niveau: Es
war klar, dass sich dieses Team für seine erste gemeinsame
Expedition einen „Highprice“  suchen würde: Ihre  Wahl
fiel auf den Murallón. Ein Berg auf dem südlichen
patagonischen Inlandeis – eine unbestiegene Nordost Wand aus 1300
Metern Steileis und senkrechtem Fels.

Casimiro Ferrari, italienische Kletterlegende, benötigte allein
schon drei Reisen, um diesen Berg  zu finden. Es gibt kaum Bild-
oder Kartenmaterial – die Region ist  menschenleer, eingefangen
zwischen Inlandeis und  Upsala-Gletscher.  Die Stürme
kommen vom wildesten Meer der Welt, donnern über das Eis und
umtosen den Murallón mit Stärken von 200km/h. Sie
schleuderten Kletterer schon meterweit in die Höhe. Was bei
anderen Expeditionen zum Standard gehört, also Träger,
Köche, ärztliche Versorgung und so weiter, Glowacz und Jasper
werden darauf verzichten müssen. Sämtliche Ausrüstung
und Lebensmittel müssen von den beiden über schwerstes
Gelände zum Wandfuß transportiert werden. Dies bedeutet
Verzicht  – Essen und Material wird auf das absolut Notwendigste
reduziert. Die Chance in die Wand einzusteigen werden Glowacz und
Jasper in einer Eishöhle abwarten, also an einem extrem feuchten
und engen Ort.

Robert  Jasper und Stefan Glowacz treten diese Expedition an, weil
sie ihrem Ideal vom Expeditionsbergsteigen entspricht: abgelegen,
unentdeckt, fremd. Sich das Fremde vertraut machen, den Horizont ein
Stück erweitern und dabei vor allem „fair“ bleiben halten die
beiden für wesentlich. Es geht darum, ausschließlich auf die
eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Nur so kann eine Befriedigung in
der Auseinandersetzung mit den Elementen entstehen. Stefan Glowacz und
Robert Jasper werden am 2. November nach Argentinien aufbrechen und
hoffen, dass sie am Heiligen Abend erfolgreich zurück kehren
werden.

Das patagonische Inlandeis – die größte zusammenhängende Eisfläche der Erde
Zwei ausgedehnte Eisflächen liegen im Zentrum der patagonischen
Anden und tragen damit zur Unverwechselbarkeit dieser Gebirgsregion
bei: das nördliche und das südliche patgonische Inlandeis.
Die abfließenden Gletscher eingeschlossen, bedeckt das „Hielo
Continentál“, wie es in Argentinien etwas euphemistisch genannt
wird – ein „Kontinentaleis“ müsste eigentlich den Großteil
eines Kontinents einschließen – eine Fläche von 17900
Quadratkilometern. Zum Vergleich: Würde man alle Alpengletscher
aneinander reihen, käme man auf eine Fläche von gerade mal
3500 Quadratkilometer. Nach den polaren Eisregionen und den
Gletscherflächen Grönlands ist das patagonische Inlandeis die
größte zusammenhängende Eisfläche der Erde.

Durchschnittlich liegt das Eisplateau auf einer Höhe von 1500
Metern, wobei durchaus große Höhenunterschiede auftreten
können. Das Inlandeis ist nicht flach, vielmehr stellt es eine
kontinuierliche Abfolge von Senken und Erhebungen dar. Gegen Westen zum
Pazifik und gegen Osten zu den großen Seen am Fuß der
argentinischen Anden bricht es etwa 1000 Meter ab. Die Seitengletscher,
die nach Westen direkt in die chilenischen Fjorde, auf argentinischer
Seite in den Lago Argentino (187 m), den Lago Viedma (254 m) oder den
Lago San Martin (285 m) fließen, überwinden den
Höhenunterschied mit einem fast undurchdringlichen Gewirr aus
Gletscherspalten und Eisbrüchen. Wenn die Gletscher kalben,
treiben kleine Eisberge oft durch die Fjorde oder bis an die Ostufer
der argentinischen Seen – in eine klimatisch vollkommen andere,
trockene und heiße Region. Besonders eindrucksvoll zeigt sich
dieses Naturschauspiel am Lago Argentino: Dort mündet der 24
Kilometer lange und vier Kilometer breite Perito-Moreno-Gletscher,
wobei er mit seinen bis zu 60 Meter hohen Eismassen den Seitenarm Brazo
Rico vom Hauptsee trennt. Dabei staut sich der Wasserspiegel des Brazo
Rico kontinuierlich um acht bis 15 Meter – bis alle vier bis fünf
Jahre das Wasser mit ungeheurer Gewalt die eisige Mauer durchbricht.

Siehe auch:
www.glowacz.de
www.robert-jasper.de