Storfossen und Roadside – der siebente Eisgrad

Ganz hinten im Canyon haben wir bereits ein Ziel, einen vollkommen schrägen Eisfall. Doch zuerst zieht es uns an eine Linie direkt bei unserem Materialdepot. Die meist freistehenden Teile von “Kälteschock” 80m, WI6 X sind mit allergrößter Vorsicht zu behandeln. Schon beim Abseilen steigt unser Puls an, Benni und ich wissen was uns jetzt erwartet. Ein Eis speiendes, gut 150 Meter hohes Ungeheuer. Tausende Tonnen von Eis hängen äußerst instabil in der Wand. Schon beim Zustieg kann man die Gefahr spüren und auch sehen – es liegen unzählige Blöcke bis zu Autogröße am Einstieg.

Wir wählen die am sichersten scheinende Linie und klettern so schnell wie möglich durch das Monster. Der “Storfossen” WI7- X ist nicht nur im Sommer eine spektakuläre Attraktion. Am nächsten Tag wollen wir etwas entspannen und oberhalb der Strasse einen neuen Spot auschecken. Die Sonne lässt das Eis leuchten, die Bilder werden perfekt – entspannen können wir jedoch nicht. “Roadside” WI7 fordert uns weit mehr als geplant. An dünnen Glasuren und frei hängenden Zapfen geht es einige Meter überhängend nach oben.Filmtrailer

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Lyngen magic – Boottrip am Lyngenfjord

Bereits am nächsten Tag erwartet uns ein Abenteuer der anderen Art. Torbjörn macht uns ein kleines Fischerboot mit 50 PS Außenbordmotor bereit und wünscht uns alles Gute. Er meint, wenn der Wind am Nachmittag zulegt, dann hole er uns im Hafen ab. Ein direkter Rückweg wäre dann nicht mehr möglich. Ich drücke den Gashebel ganz nach unten, die Gischt spritzt über Benni hinweg und wir fliegen über den Fjord.

Angekommen auf der anderen Seite klettern wir im direkten Sonnenlicht 120 Meter puren Genuss: “Lyngen magic” WI5. Der Wind bleibt aus, am Rückweg spiegelt sich die tief stehende Sonne in den Wellen. In meinem Körper breitet sich ein Gefühl vollkommener Zufriedenheit aus. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich meinen Traum leben kann.