Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016: Vom Karwendel bis zur Vermessung des Himmelblaus

Bergbegeisterten bietet das Gemeinschaftswerk des Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenvereins eine einmalige Mischung aus verschiedensten alpinen Themen - aufbereitet in Reportagen, Porträts, Interviews und großformatigen Bildern.

Das Karwendel

Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016 (c) DAV/Tyrolia Verlag
Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016 (c) DAV/Tyrolia Verlag

2016 widmet sich die Rubrik „BergWelten“ dem Karwendel, dem ursprünglichsten Gebirge der Nördlichen Kalkalpen. „Karwendel-Indianer“ Heinz Zak beschreibt die schönsten Wanderungen und Gipfelanstiege zwischen Isar und Inn und wird selbst im Porträt vorgestellt.

Packende Klettergeschichte von Andi Dick und Rudolf Alexander Mayr, eine Schatzsuche im Vorkarwendel von Joachim Burghardt sowie eine faszinierende historische Spurensuche nach den frühesten Zeugnissen des Bergbaus von Hanspeter Schrattenthaler runden den diesjährigen Gebietsschwerpunkt ab.

Hüttenarchitektur zwischen Tradition und Moderne

Die Alpenvereine betreiben knapp 600 Hütten in den Alpen – viele der Schutzhütten sind in die Jahre gekommen. Nicht alle können heutigen Anforderungen entsprechend adaptiert werden. An den geplanten Ersatzbauten scheiden sich die Geister, vor allem, wenn es um eine zeitgemäße architektonische Form geht.

Die Frage wie man mit modernen architektonischen Lösungen für Ersatzbauten älterer Hütten umgeht und warum gerade die Schweiz zum experimentierfreudigen Vorreiter einer neuen Ästhetik wurde beantworten in der Rubrik „BergFokus“ Reportagen von Susanne Gurschler und Marco Volken. Ergänzt werden sie von historischen Beiträgen zu politischen und sozialen Aspekten sowie einem Bericht über ein Tiroler Pilotprojekt zum Berghütten-Denkmalschutz.

Von den Ursprüngen des Freikletterns bis zur Vermessung des Himmelblaus

Wie immer füllt die große Chronik des internationalen Alpinismus – erstmals mit einem Überblick über das Wettkampfgeschehen im Klettern und Skibergsteigen – die Rubrik „BergSteigen“. In ihr setzen sich Ingrid Hayek mit der skandinavischen Outdoor-Kultur, Dominik Prantl mit Preisen im Bergsport und Nicholas Mailänder mit den Ursprüngen des Freikletterns auseinander.

Kletterer stehen unter anderem auch bei „BergMenschen“ 2016 im Fokus: Karin Steinbach porträtiert die iranischen Kletterinnen Nasim Eshqi und Shiva Noorbakhsh, denen Felsklettern weit mehr als nur Sport bedeutet. BergMenschen 2016 sind zudem der Extrembergsteiger Mick Fowler, der Südtiroler Schafhirte Fortunat Gurschler sowie der jüdische Pionier des Behindertenbergsteigens, Otto Margulies.

Im „BergWissen“ berichtet Hans-Dieter Sauer vom Sagarmatha Nationalpark. Das Siedlungsgebiet der Sherpas am Fuße des Mount Everest wurde vor 40 Jahren zum Nationalpark erklärt, um den Tourismus umweltfreundlicher zu gestalten. Der Archäologe Andreas Putzer deutet darüber hinaus sensationelle Funden in Südtirol und in der Schweiz zur Nutzung der Alpen als Wirtschaftsraum in der Urgeschichte. Und ein kleiner Bericht über den pädagogischen Wert des Scheiterns zeigt das Sportklettern einmal mehr als Schule fürs Leben.

In der Rubrik „BergKultur“ geht Barbara Schaefer der Frage nach, ob das Blau des Himmels im Gebirge tatsächlich intensiver ist als im Tal und wenn ja, warum das so ist. Bereits im 18. Jahrhundert stellten sich bergsteigende Forschungsreisende diese Frage und kamen mit innovativen Methoden zu auch heute noch bemerkenswerten Ergebnissen.

Weitere Kulturthemen 2016 sind der Maler Nino Malfatti und seine Beziehung zu den Bergen sowie eine philosophische Betrachtung Edward Whympers und seiner Erstbesteigung des Matterhorns vor 150 Jahren.

Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016
Herausgeber: Deutscher Alpenverein, Österreichischer Alpenverein und
Alpenverein Südtirol
Redaktion: Anette Köhler, Tyrolia-Verlag Innsbruck
256 Seiten; 250 farbige Abbildungen; 20,8 x 25,8 cm; gebunden
ISBN 978-3-7022-3467-6
EUR 18,90