IMS 2012: Abhauen aus den Bergen

Wie die Abwanderung Berggebiete verändert. Ein Kongress im Rahmen des International Mountain Summit auf der Suche nach Antworten und Wegen zur Förderung der Zuwanderung.

Abhauen aus den Bergen Der schleichende Prozess der Abwanderung in vielen ländlichen Gebieten im Alpenraum hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Es gilt, diesem Phänomen der Abwanderung entgegenzuwirken, Perspektiven zu schaffen und so die Zukunft der gefährdeten Gemeinden zu sichern. Werner Bätzing, Alpenforscher an der Universität Erlangen zeigt auf, dass sich  zwar zwischen 1871 und 2000 in 56% der Alpengemeinden die Bevölkerung verdoppelt hat, aber gleichzeitig in den anderen 44% der Gemeinden die Einwohner um ein Viertel bis die Hälfte abgenommen haben.

Laut der CIPRA befinden sich die Alpen in einem Teufelskreis. Der Bevölkerungszuwachs in den Alpen findet vor allem in den Zentren statt, während periphere Regionen eine Abnahme aufweisen. Dies beschleunigt zudem die Überalterung. Wenn die Jungen nach einer Ausbildung wegbleiben, nimmt die Bevölkerung weiter ab, weshalb die Infrastruktur abgebaut und die Region noch weniger attraktiv wird.

Experten werden beim IMS am Dienstag 23. Oktober  über die neuesten Entwicklungen der Zu- und Abwanderung in den Berggebieten der Alpen und ihrer Ursachen und Folgen diskutieren. Nach Jahrzehnten überwiegender Abwanderung aus den Bergregionen können immer häufiger Prozesse der Widerbesiedelung dokumentiert werden, ein Phänomen das sich insbesondere in den Westalpen dokumentieren lässt.

Trotz der großen Heterogenität  der Alpen lassen sich Gemeinsamkeiten beobachten, wie z.B. das Phänomen der Saisonarbeiter, die während der touristischen Saison in den Resorts leben, die "neuen" Einwohner, die sich bewusst für ein Leben am Berg entscheiden und innovative Aktivitäten beginnen oder die Besitzer einer „zweiten Heimat“, die dort während der touristischen Zeit leben.

Der Workshop Im Rahmen des International Mountain Summit versucht diese territorialen Phänomene, ihre Ursachen und Folgen zusammenführen. Dies geschieht anhand der Präsentation und Diskussion von EU-Projekten, die dieses Thema analysiert haben. Entscheidungsträger aus der Praxis werden von ihren Erfahrungen berichten. Der Workshop wird vom Südtiroler Bauernbund, der EURAC, Dislivelli, IMS und AKU organisiert und getragen.

Zudem wird die Tagung von einer Exkursion ins Südtiroler Sarntal flankiert, bei der sich Interessierte ein Bild von gelungenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Abwanderung machen können. Die Exkursion findet ebenso am Dienstag 23. Oktober von 8 bis 13 Uhr statt.

Der International Mountain Summit findet vom 20. bis 27. Oktober in Brixen/Südtirol statt. Tickets und Informationen unter www.ims.bz