WM-Silber im Bouldern für Kilian Fischhuber

Kilian Fischhuber erfüllte sich im Boulderfinale der Herren seinen Traum von der erhofften zweiten WM-Medaille, auf die er seit 2005 vergeblich warten musste.

Kilian Fischhuber Mit einer kurzen, aber spektakulären Eröffnungsfeier, in der IFSC Präsident Marco Mario Scolaris mit emotionalen Worten einmal mehr den Traum von der Aufnahme des Klettersports in das Olympische Programm 2020 unterstrich, begannen die ersten Medaillenentscheidungen der Kletter-WM 2012 in Paris.

Die erste Chance auf eine Medaille für den Österreichischen Wettkletterverband hatte dabei Kilian Fischhuber im Boulderfinale der Herren, das den Auftakt der drei samstäglichen Medaillenentscheidungen (Boulder Herren, Vorstieg Damen, Speed Damen) bildete. Fischhuber, der seit 2005 insgesamt fünfmal den Boulder-Gesamtweltcup gewann, jedoch ebenso lange auf den Gewinn seiner zweiten WM-Medaille nach WM-Silber 2005 in München (GER) wartete, legte einen furiosen Finalstart hin.

Mit zwei Flashs in den ersten beiden Bouldern (Lösung des Boulders im ersten Versuch) sah es danach aus, als könnte sich Fischhuber nicht nur den Traum von der WM-Medaille erfüllen, sondern auch den Traum vom Einzel-Gold, dass Fischhuber bisher bei Großereignissen stets verwehrt blieb.  Aber Boulder Nummer drei brachte im Finale die Entscheidung zu Ungunsten von Kilian Fischhuber. Während Fischhuber weder die Zonen- noch die Topwertung erreichen konnte, gelang es dem russischen Titelverteidiger Dmitrii Sharafutdinov diesen Boulder zu lösen und an Fischhuber vorbeizuziehen. Am letzten Boulder machte Sharafutdinov dann alles klar. Mit einem Flash holte er sich nach 2007 und 2011 erneut den WM-Titel im Boulderbewerb der Herren.Sieger Herren

Kilian Fischhuber, der auf seinen Einsatz am letzten Boulder wartend anhand des frenetischen Jubels der 9000 Zuseher natürlich mitbekam, dass sich Sharafutinov soeben den Weltmeistertitel sicherte, steckte jedoch nicht auf sondern bewies Nerven aus Stahl. Angefeuert von Lebensgefährtin Anna Stöhr, dem kompletten ÖWK-Team und vom  restlichen Publikum flashte auch Fischhuber den letzten Finalboulder und kürte sich zum Vizeweltmeister vor dem russischen Gesamtweltcupsieger Rustam Gelmanov.

"Ich freu mich natürlich über Silber. Dennoch ist es bitter, dass ich es in meiner langen Karriere nie geschafft habe Weltmeister zu werden!" war Fischhuber im ersten Moment am Boden zerstört. Die Niedergeschlagenheit schlug jedoch recht schnell in Zufriedenheit und Erleichterung über eine erneute Weltklasseleistung und der Realisierung des Medaillentraums um.