Simon Gietl gelingt Winter-Solobegehung an der Großen Zinne

Mit einem Alleingang in den Dolomiten schloss der Alpinist Simon Gietl seine erfolgreiche Wintersaison ab. Vom 10. bis 12. März kletterte der Ahrntaler solo eine der schwierigsten Routen in der Nordwand der Großen Zinne.

Simon Gietl an einem Standplatz der Route "Das Phantom der Zinne" (c) Archiv Simon Gietl
Simon Gietl an einem Standplatz der Route „Das Phantom der Zinne“ (c) Archiv Simon Gietl

Der ehrgeizige und leidenschaftliche Sportler Gietl erklärt: „Seit drei Jahren war es mein Traum eine Solotour, bei welcher ich ganz auf mich alleine gestellt bin, zu verwirklichen.“

Mit der Winterbegehung der Tour „Das Phantom der Zinne“, die 1995 vom Ausnahmekletterer Christoph Hainz gemeinsam mit Kurt Astner eröffnet wurde, konnte Gietl nach intensiver körperlicher und mentaler Vorbereitung sein Vorhaben realisieren.

Fotostrecke: Simon Gietl in der Nordwand der Großen Zinne

Das „Phantom“ verläuft großteils überhängend bei einer Schwierigkeit bis zum neunten Grad im Fels.

„Die Tour hat mich in ihren Bann gezogen“, sagt Gietl über die anspruchsvolle Route, welcher er teilweise aufgrund fehlender Möglichkeiten ohne Sicherung bewältigte.

In der Nacht vom 11. auf den 12. März biwakierte Gietl am sogenannten Hasse-Brandler-Band in der Wand. Aufgrund des stürmischen Nordwinds und den kalten Temperaturen über Nacht beschloss Gietl die letzten Meter bis zum Gipfel nicht weiter zu klettern.

Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung wiesen Zehen und Finger des Kletterers bereits Erfrierungen auf.

Gietl beschreibt das intensive Erlebnis in der Nordwand der Zinne als eines seiner größten Abenteuer und meint: „Ich kenne mich nun um fünf Jahre besser.“