Vom 27. auf den 28. April hat ein Großfeuer die Frechener Kletterhalle Chimpanzodrome bis auf die Grundmauern zerstört und eine große Lücke in der Kletterwelt im Kölner Westen hinterlassen.

Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome
Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome
Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome
Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome

Einige Freunde, Fans und Kletterer haben jetzt den gemeinnützigen „Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome“ ins Leben gerufen, um der lokalen und regionalen Klettercommunity eine neue Plattform zu bieten.

Ziel ist es, langfristig den Klettersport zu entwickeln und Projekte zu fördern, die dem Klettersport in Frechen ein neues Zuhause geben.

Unter anderem soll die vorbildliche Jugendarbeit, die im Chimpanzodrome einen großen Platz eingenommen hat, unterstützt werden.

Der gemeinnützige Verein nimmt Fördermitglieder auf.

Der Jahresbeitrag beträgt 50 Euro für Privatpersonen und 100 Euro für Unternehmen.

Weitere Infos zu Einzelspenden und der Fördermitgliedschaft finden sich unter foerderverein-chimpanzodrome.de

Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome
nicht eingetragener Verein

(Anmeldung zum Vereinsregister ist bereits erfolgt)
Walter-Gropius-Straße 10
50126 Bergheim

E-Mail: info@foerderverein-chimpanzodrome.de
www.foerderverein-chimpanzodrome.de

Das Chimpanzodrome – ein Rückblick

Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome
Kletterhalle Chimpanzodrome (c) Förderverein Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome

Das 1996 gegründete Chimpanzodrome hat als eine der ältesten großen Kletterhallen in Deutschland über zwei Jahrzehnte den Hallenklettersport inspiriert und entscheidend mitgeprägt. Die in einem historischen Gebäude untergebrachte Kletterhalle bot leistungsorientierten Kletterern eine ideale Plattform und hat dabei internationale Spitzensportler von Weltrang wie Jan Hojer und viele andere hervorgebracht.

Gleichzeitig bot sie jungen Familien die Möglichkeit, entspannt ihren Sport auszuüben, während ihre Kinder von Kindesbeinen an in dem unverwechselbar charmanten Hallenambiente aufwachsen konnten. Bis zu dem Brandunglück war bereits die dritte Klettergeneration in der Halle in der Vertikalen unterwegs. Diese Bandbreite an Möglichkeiten, dieser weltoffene Mix vom kaffeetrinkenden Plaisirkletterer bis zum leistungsorientierten Sportler hat das Chimpanzodrome ausgemacht.

Der Backsteinbau mit der großen Fensterfront bot etwas, was man weder durch reine Größe, noch durch opulente Ausstattung erreicht: einen einzigartigen Charakter, der über Jahre gereift, aus einer Kletter- eine Kulthalle macht.

Der Name – so unverwechselbar wie die Halle

Chimpanzodrome – ein Name, der haften bleibt und auf eine Route mit Kultstatus zurückgeht: Im April 1981 gelingt Jean-Pierre Bouvier, genannt „die Fliege“ und seines Zeichens einer der stärksten Kletterer Frankreich die Erstbegehung der Route Chimpanzodrome. Mit der Bewertung 7c+, manche meinen sogar 7c+/8a, ist die Linie an den Felsen des Saussois im Burgund erst die zweite Route im gallischen Kletterreich, die an dieses Level heranreicht.

Die fingermordende Lochkletterei sorgt in der Szene und der Fachpresse für viel Aufsehen, was natürlich namhafte Aspiranten für eine Wiederholung anlockt. Letztlich sollte es aber fast ein Jahr dauern, bis die von Jean-Claude Droyer eingebohrte Linie überhaupt ein zweites Mal durchstiegen wird. Anschließend reißen die weiteren, mehr oder weniger kuriosen Begehungen der 15-Meter-Route nicht ab: 1984 gelingt der englischen Kletterlegende Jerry Moffat die erste Flashbegehung.

Ebenfalls 1984 holen sich die Franzosen Marc Le Menestrel und Jean-Baptiste Tribout Solobegehungen, der Bleau-Experte Jacky Godoffe schließt sich mit einer Barfußbegehung an und last but not least beweist Marc Le Menestrel einmal mehr Sinn für Originalität und klettert die Chimpanzodrome mit verbundenen Augen – die Medienaufmerksamkeit ist garantiert.

Auch in Deutschland verfolgt die Kletterszene gespannt die rasante Entwicklung im Nachbarland. Und als drei motivierte Kletterer aus dem Raum Köln beschließen, in Frechen eine große Kletterhalle in einem alten Lokschuppen zu eröffnen, ist der Name schnell gefunden…