Bei den diesjährigen, an den Oktoberwochenenden wechselhaften Wetterbedingungen, gelang es dem in Zürich studierenden jungen deutschen Kletterer David Firnenburg am 29. Oktober 2016, die legendäre, von Wolfgang Güllich im September 1991 erstbegangene Kletterroute im Schwierigkeitsgrad 9a erfolgreich zu durchsteigen.

David Firnenburg wiederholt 'Action Directe' (9a) (c) Lars Scharl
David Firnenburg wiederholt 'Action Directe' (9a) (c) Lars Scharl

An diesem und den beiden Wochenenden zuvor war das aus Hannover stammende Kletter-Ass insgesamt 9 Mal am letzten Zug der Route gefallen.

„Nach der im Weltcup und auf der Weltmeisterschaft im September für mich erfolgreich ausgeklungenen Wettkampfsaison war ich trotz intensiver Studienbelastung schnell wieder motiviert für schwere Kletterprojekte am Fels“ beschreibt der Spitzenkletterer seine Ausgangssituation.

Aufgrund der durch seine Studienverpflichtungen eng begrenzten Zeit lag der Fokus in der Vorbereitung auf kurzen und qualitativen Trainingseinheiten mit Bouldern an Fingerlöchern und Leisten, längeren 20-Zug-Maximalkraftausdauer-Bouldern sowie Fingerkrafttraining und Maximalkraft- bzw. Schnellkrafttraining am Griff- und Campusboard.

„Ich wollte so meine Fingergelenke und Sehnen an die extremen Belastungen in dieser ca. 12 m langen und überhängenden Felslinie an Ein- und Zweifingerlöchern gewöhnen. Bereits ein Jahr zuvor hatte ich bei meinen ersten Versuchen, die ich jedoch wegen der noch laufenden Wettkampfsaison wieder abbrechen musste, ein gewisses Maximalkraftausdauer-Defizit bemerkt. Diesen Herbst bin ich dann mit einem höheren Maximalkraftlevel aus der Wettkampfsaison und meinem sehr guten Training bei Dr. Urs Stöcker in Zürich zurückgekommen“ merkt David Firnenburg an.

David Firnenburg wiederholt 'Action Directe' (9a) (c) Lars Scharl
David Firnenburg wiederholt ‚Action Directe‘ (9a) (c) Lars Scharl

Die nötige Durchstiegshärte musste er sich aber noch zusätzlich über drei Wochenenden in der Route holen. Er wurde dabei  in hervorragender Weise unterstützt durch den Erlanger Kommilitonen und Kletterer Franz Kaiser.

„Unter Anderem sein mobiles Griffboard hat mir wirklich sehr beim spezifischen Aufwärmen meiner Finger für die Route geholfen. Aber auch sein wiederholtes Aufmuntern nach den Stürzen am letzten Zug war sehr wichtig für mich, um mir diesen langjährigen Traum einer Kletterroute zu erfüllen“ fügt David Firnenburg abschließend hinzu.

Er reiht sich nun als 21. Begeher dieser Route ein.         

www.firnenburgbrothers.com